Glossar

Homöosiniatrie

Die Methode der Homöosiniatrie ist definiert als Kombination von Akupunktur und Homöopathie. Diese erfolgt klassischerweise durch Injizieren passender homöopathischer Arzneien an genau zugeordnete Akupunkturpunkte. Diese Methode dient der Verstärkung des Effektes der Einzeldisziplinen.

Dr. Roger de La Fuye (1947 gab ihr den Namen von „Homöo“ für Homöopathie und „siniatrie“ von Sinologie, dem Studium der chinesischen Kultur.

Ohne Kenntnisse der Traditionell Chinesischen Medizin, entdeckten Ärzte im 18. Jahrhundert sensible Punkte, die bei bestimmten Krankheitsprozessen empfindlich waren und nach deren Heilung ihre Überempfindlichkeit wieder verloren. Bereits Samuel Hahnemann beschrieb sogenannte „kranke“ Punkte, die bei der homöopathischen Diagnostik hilfreich waren.

Zur gleichen Zeit arbeitete insbesondere der deutsche Arzt Johann Gottfried Rademacher (1772 - 1850) an dieser Methode, im Rahmen homöopathischer Diagnostik und Behandlung das Vorkommen und Verschwinden empfindlicher Punkte zu nutzen.

Anschließend arbeiteten drei Generationen der deutschen Ärztefamilie Dr. Weihe an der Kombination der von Rademacher publizierten Punkte und der von Hahnemann beschriebenen Arzneien. Dr. August Weihe aus der 3. Generation fand um die 200 Punkte, die bei bestimmten Mustern von Symptomen, die auch bestimmten homöopathischen Arzneimittelbildern entsprechen, druckempfindlich oder gar schmerzhaft waren (1886). Sie werden als Weihe’sche Druckpunkte bezeichnet. Jedoch nutzte Weihe sie nur, um seine homöopathische Diagnose zu untermauern.

Erst ein halbes Jahrhundert später entdeckte der französische Akupunkteur und Homöopath Roger de La Fuye, dass die Weihe Punkte exakt mit Akupunkturpunkten übereinstimmten, mit deren Hilfe man eine ähnliches Muster von Symptomen behandelte. Er propagierte als erster Arzt die gleichzeitige Behandlung seiner Patienten mit Akupunkturnadeln und Einnahme homöopathischer Arzneien. Er erzielte damit bessere Behandlungsergebnisse.

Heutzutage  werden im Rahmen der Homöosiniatrie die entsprechenden homöopathischen Arzneimittel, gewebeverträglich zubereitet, an die passenden Akupunkturpunkte in oder unter die Haut injiziert.

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